Schützenzunft Fürstenberg 1765 e.V.

„Von Gottes Gnaden Wir Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg, Fürste zu

Wenden, Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock

und Stargard Herr pp. Urkunde und bekenne hiermit für Uns und Unsere

Fürstliche Erben und Successoren an der Regierung:

Demnach Uns Bürgermeister und Raht unser Stadt Fürstenberg unterthänigst

zu erkennen gegeben, wasmaßen Die dortige Bürgerschaft unter siche eine

Schützen-Zunft zu errichten gewillt und Uns anbey demühtigst Gebeten. Wir

geruhten die deshalb übergebene Articuln, welche folgendergestat lauten: …“


So beginnt das Dekret von Herzog Adolf Friedrich IV. Zur Gründung der Schützenzunft Fürstenberg am 27. März 1765.

Anfangs als Bürgerwehr gegründet, erlebte sie in ihrer 237jährigen Geschichte so manchen Wandel. Sie bestand nach der Auflösung des Zunftzwanges weiter, wurde von den Nationalsozialisten vereinnahmt, daraufhin 1945 verboten und hat sich 1992 als Sportverein wieder neu gegründet. Es wird schon vor 1765 Bürgerwehren in Fürstenberg gegeben haben, denn mit dem Stadtrecht war auch die Pflicht zur Verteidigung verbunden. Jeder Bürger hatte somit die Pflicht, sich einer Schützenzunft anzuschließen. Bürger war aber nur der, der Grund und Boden besaß. Geschossen wurde mit der Armbrust, später mit der Büchse.

Auf ihrer letzten Fahrt von Charlottenburg nach Hohenzieritz wurde Louise, Königin von Preußen, Herzogin von Mecklenburg, vor den Toren der Stadt durch die Schützen empfangen. Nur wenige Tage später, nach ihrem
plötzlichen Tod standen sie Spalier, um dem Sarg auf dem Weg nach Charlottenburg das letzte Geleit zu geben.

Erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts trägt man die grüne Uniform der freiwilligen Jäger der Befreiungskriege gegen  Napoleon. Der Zylinder ist ein Ausdruck von Bürgerlichkeit und kam wahrscheinlich erst später hinzu.
10 Jahre war man verpflichtet, eine Uniform zu tragen, dann konnte man sich freikaufen und einen schwarzen Gehrock tragen. Heute tragen Mann und Frau im Verein eine graue Schützenjacke und die grüne Uniform dient nur noch
der Traditionspflege.

14 Tage nach Pfingsten ist laut alter und neuer  Satzung Schützenfest. Damals eigentlich dazu gedacht, die Wehrkraft durch Schießübungen zu erhöhen, ist es heute ein großes Volksfest.

Ab 1945 war laut SMAD-Beschluss 126 die Schützenzunft verboten. 1987 marschierten im Festumzug der 700-Jahrfeier der Stadt Fürstenberg erstmals wieder „Schützen“, aber erst mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte ein Neuanfang beginnen.

Am 27. März 1992, genau 227 Jahre nach ihrer Gründung, entstand die Schützenzunft Fürstenberg neu. In ihrer Satzung steht als Vereinszweck die Pflege des Sports und der Tradition.

Geschossen wird im neuen Fürstenberger Schützenhaus auf mehreren Bahnen mit Luftdruckgewehren.

Wir feierten in diesem Jahr 10 Jahre Wiedergründung der Schützenzunft Fürstenberg, das 10. Schützenfest seit 1993 und das 180. seit 1765.

 

Peter Fank, 2002